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Leichtathletikausbildung mit Erich Bock

Unsere Studiengruppe in Erfurt bei der Leichtathletikausbildung im Stadion.

Studium an der DHfK Leipzig 

Im Westen angekommen konnte ich feststellen, dass die Hochschule hier einen guten Ruf besaß. Während man in Köln in 3-jähriger Ausbildung das Diplom eines Sportlehrers erwerben konnte, war das Leipziger Modell von Anfang an als voll akademisches Studium ausgelegt.
Während des Studiums, das wir als sogen. Fernstudium berufsbegleitend absolvierten, bei dem es abwechselnd Präsenztage und Hausarbeitstage gab, unterbrochen von Lehrgängen und Veranstaltungen an verschiedenen Orten der Republik, wurden wir für einen Einsatz als Lehrer im Breitensport vorbereitet. Eingesetzt wurden wir dann allerdings fast ausnahmslos im Schulsport. Für Präsenztage und Kompaktkurse musste uns unser Arbeitgeber freistellen. Die Ausbildung war straff und eher streng nach Schulprinzip organisiert. Der Unterricht war zu oft frontal, eine eigne Meinung wurde wenig gefragt. Entsprechende Lehrbücher beinhalteten den zu unterrichtenden und zu lernenden Stoff. Eigene Studien, etwa in Bibliotheken waren erst nötig, als es an das Schreiben der Diplomarbeit ging. Mein Thema befasst sich mit der Frage, ob meine Probanden jenseits der 55 Jahre, wenn sie ein Leben lang Sport getrieben haben, im Vergleich mit einer Gruppe von Nichtsportlern gleicher Altersgruppe in medizinischen Parametern besser abschnitten. Meine Erhebungen fanden im Eisenacher Automobilwerk statt. Ihr wollt das Ergebnis wissen? Klar war die Gruppe der sportlich aktiven Probanden besser. Sicher, das hätte man auch vorher gewusst. Aber darum ging es ja nicht. Unsere Prüfer wollten feststellen, ob wir uns das Rüstzeug für wissenschaftliches Arbeiten angeeignet hatten und es anwenden konnten.

Erich Bock, auch Kraftmaxe genannt

Diese Studiengruppe der DHfK  Matrikel 60/65 bei einer Lektion durch Erich Bock

Die Außenstelle der DHfK befand sich in Erfurt und war die Anlaufstelle für alle Studenten der Region Thüringen. Natürlich war Marxismus-Leninismus Hauptfach. Es wurde schnell klar, dass der Sport als Mittel des Klassenkampfes instrumentalisiert wurde. Dazu passte Verhalten und Auftreten der Sportler der DDR bei internationalen Wettkämpfen. Es ging nie nur alleine um das Kräftemessen Mann gegen Mann, Frau gegen Frau, stets sollte die Überlegenheit des Systems demonstriert werden. Die Rechnung ging über lange Zeit auf.

Dieter Neuendorf und ich. Es gibt in noch in Brotterode

Das Studium endete 1965 mit einer großen Abschlussfeier in Leipzig. Der Skispringer und spätere nationaltrainer Dieter Neuendorf war Angehöriger unserer Matrikel. Auch er lebte nahe Eisenach. Auf der Rückfahrt von Leipzig entstand dieses Foto.

Während seiner späteren Trainerlaufbahn (er trainierte ab 1971 die DDR-Mannschaft) trafen wir uns noch einmal an der Berg-Isel-Schanze in Insbruck.

Unsere Dozenten waren bewährte Lehrkräfte. Aber auch ihr Repertoire war auf die materialistische Grundlage gestellt. Der Physis war die Hauptaufmerksamkeit gewidmet. Psychisches resultierte daraus. Eine Eigenständigkeit des Seelischen kam in der Lehre nicht vor. Unser Psychologiedozent Dr. Bittorf: "Wenn Sie Beziehungen zum Westen haben, dann besorgen Sie sich doch einmal Bücher über Siegmund Freud." (flüsternd, zu mir alleine ohne Zeugen).

Der Einfluss der sowjetischen Lehre war übergroß. Lurija, Ananjew (Hauptaufgabe der sowjetischen Wissenschaft, 1952): die Psyche eine besonders geartete Eigenschaft der organisierten Materie. ...)Galperin, Leontjew, u.A. .

Entsprechend groß war mein Nachholbedarf, als ich schließlich im Westen war.

 

Zur Skiausbildung angereist, aber kein Schnee vorhanden. Nicht mehr alle auf dem Bild befinden sich heute noch unter den Lebenden.

 

 

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